Leserbriefe

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Vergangenheit kennen

Gegenwart verstehen • Zukunft gestalten

– Gedanken über den Brieftaubensport der Zukunft –

Seit Jahren diskutiert man über das Image des Brieftaubensports, den Mitgliederschwund, die Nachwuchsprobleme, die Neuorganisation des Verbandes, die Reiserichtungen, die Flugentfernungen und, last but not least, über die Meisterschaftssysteme und die Bewertungskriterien unserer As-Tauben. Aber woran hapert es denn wirklich in unserem geliebten Hobby?

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Tauben, wo fliegt ihr hin?

Leserbrief aus China


Der Taubensport begann vor ca. 200 Jahren und bringt Züch­ter und Tierliebhaber zusammen. Die FCI wurde vor 66 Jahren ge­gründet und hilft Züchtern in der ganzen Welt einen zentralen An­laufpunkt zu haben. Mehr als 60 Jahre Frieden auf der Welt begünstigt die Rahmenbe­dingun­gen für den Taubensport und des­sen Verbreitung. Der Tau­ben­sport kletterte in Europa, Amerika und sogar Afrika zu seiner Spitze in der Mitte und Ende des 20. Jahr­hunderts. Millionen Züchter und zig Millionen Tauben partizipieren im Taubensport. Das internationale Rennen von Barce­lona hatte mehr als 30.000 Tau­ben am Start. Es gab mehr als 100.000 Tau­ben bei nationalen Rennen von Orleans in die Nie­der­lande. Bei den Rennen CH und GN in Japan flogen mehr als 10.000 Tauben. Das herausfordernde Rennen in New Orleans, USA, er­streckt sich über die Rocky Moun­tains und die Tauben müssen mehr als 900 Mei­len fliegen. In Belgien gibt es ca. 10 Mio. Einwohner, je­doch gab es hundert­tausende Züchter. Der Tauben­sport war dort so berühmt wie andere athletische Sportarten.
Die Zeit ging unbemerkt vorbei und wir sind in das 21. Jahr­hun­dert eingetreten. Die Flammen des Taubensports scheinen schwächer zu werden. Es gibt immer weniger junge Leute die sich dem Sport wid­men. Das sieht man an der Haarfarbe der Züchter die an den Rennen teilnehmen. Sie hat sich über die Jahre von grau in weiß ge­wandelt, obwohl die An­zahl der Renntauben sich nicht dezimiert hat. Aber die Zahl der Leute, die Tauben bringen, hat sich reduziert.
Die Züchter in Belgien sind von 100.000 auf 20.000 bis 30.000 ge­schrumpft. Auch der Verkauf an Ringen ist von Millionen auf we­­nige hunderttausend in den Nie­der­landen zurück gegangen. Selbst das Wochenmagazin “Die Brief­tau­be” in Deutschland, welches sei­ne größte Auflage mit um 100.000 zu Glanzzeiten hatte, ist auf eine Auflage von 20.000 ge­schrumpft. Der Rückgang des Tau­bensports weltweit stellt die Frage in den Raum: Wird der Tauben­sport noch in 10, 20 oder 30 Jahren existieren? Tauben, wo fliegt Ihr hin?
Schauen wir die athletischen Sport­arten um uns herum an. Fußball, Basketball, Tischtennis, Bad­min­ton, Billard, Golf, Boxen, Judo, Dart und viele andere Sportarten entwickeln sich sehr gut und mehr und mehr Personen begeistern sich dafür. Durch diese Sport­arten bekommen die Men­schen Aner­kenn­­ung und materiellen Gewinn. Wa­rum ist das so? Die Antwort ist ein­fach – Pro­fessionalisierung!
Macht man eine weltweite Um­frage in Bezug auf Sportent­wick­lung, dann findet man heraus, dass Professionalisierung die Trieb­fe­der für stärkeren und besseren Sport ist. Die Kommer­zia­lisier­ung des Sports gibt Raum für die Pro­fessionalisierung. Jede Art von kom­merziellen Aktivitäten zieht Leute an. Professional­i­sier­ung för­dert das Organisations­system und die dazugehörigen Systeme, um perfekter und mehr entwickelt zu sein. Professionalisier­ung lässt die Akteure auf ihre Professiona­lität vertrauen, um Geld zu verdienen und ihre Familie zu unterstützen, Su­per­stars zu werden, sozialen Ein­fluss geltend zu machen und sich selbst zu verwirklichen. Pro­fessional­isier­ung kann Ein­fluss neh­men, mehr Leute zu diesem Sport animieren und breitenwirk­sam zu werden.
Heutzutage ist Taubensport keine einfache Sache. Man muss viel Zeit, Geld und Raum für die Tau­ben einsetzen und vielleicht nach all diesen Mühen kann man im Rennen nichts gewinnen. Den­ken Sie an einen jungen Mann, der den Taubensport liebt, seitdem er ein Kind ist. Als Erwachsener steht er vor der Entscheidung, sich auf sei­ne Arbeit zu konzentrieren, die ihm ein Auskommen ermöglicht oder auf Taubenrennen, die eventuell nur Fleiß ohne Preis bedeuten. Was soll er machen? Seine einzige Ent­scheidung kann nur die Arbeit sein nicht der Taubensport. Je­doch was wäre, wenn er eine Alter­na­tive hätte, die den Taubensport zu sei­nem Beruf machen könnte? Wie würde er sich dann entscheiden?
Bereits jetzt wird Taubensport in Gegenden Ostasiens, wie Chinas Festland oder Taiwan professionell betrieben. Viele Züchter haben ihr Taubenhobby zum Beruf gemacht. In dieser Gegend entwickelt sich der Taubensport sehr rasant. Die Einwohner Taiwans belaufen sich auf 23 Millionen, aber es gibt schon 200.000 Züch­ter. Mit diesem Verhältnis lässt sich Taiwan als eines der wenigen Länder mit dem Tauben­kö­nig­reich Belgien vergleichen. Auf dem Fest­land China hat sich der Tau­ben­sport erst seit ca. 30 Jahr­en in­­­tensiv entwickelt, aber er hat be­reits mehr als 300.000 Züch­ter. Der Verkauf von Ringen beläuft sich über 18,5 Millionen. Es gibt über 500 One-Loft-Race, die Ren­nen mit mehr als 4.000 teilnehmen­den Tauben abhalten. All diese Zahlen sprechen für sich. Pro­fessionalisierung ist wichtig für das Festland China und für Tai­wan, um den Taubensport zu ent­wickeln. Für den athletischen Sport ist Beliebtheit das Fundament und Professionalisierung die Moti­va­tion. Die Richtung für die Ent­wick­lung ist Professionalisierung zur Unterstützung der Beliebtheit. Die FCI ist der Marktführer für alle Züchter weltweit. In welche Himmelsrichtung fliegt die Tau­be? Sie wartet auf Ihre Ent­scheidung!
Zum Autor: Huang Jian ist Brief­tau­ben­züchter und Veran­stal­ter der Fachmesse “Inter­national Pigeon Exhibition Langfang“ in China. Monatlich gibt er eine Pub­lika­tion über die Welt des Tau­ben­sports her­aus, die vom Umfang her fast Buchstärke erreicht. Jähr­lich besucht er wich­tige Stationen des inter­nationalen Taubensports, u. a. den Int. Tau­benMarkt in Kassel.

Kontakt:
E-Mail: rpwhuangjian@sina.com 
Internet: www.lfgjgz.com

Leserbrief

Liebe Sportfreunde,
einige Ereignisse der jüngsten Vergangenheit haben mir bewusst gemacht, wie wichtig das Grundrecht auf freie Meinungs­äußerung ist. Ich lese im Taubenmarkt/Die Sporttaube sehr
gerne Artikel von Autoren, von denen ich den Eindruck habe, dass sie keine kommerziellen Interessen verfolgen. Wie viele
andere Züchter auch, muss ich die finanziellen Ausgaben für mein Hobby beschränken. Aus diesem Grund befürworte ich auch eine Zusammenarbeit mit unseren holländischen Züchterfreunden auf der Weitstrecke.
Aber zurück zu den Zeitschriftenartikeln. Gerade Beiträge, die Grundwissen vermitteln, sprechen mich besonders an. Es gibt noch viele Züchter, die sich große Ausgaben nicht leisten können. Für uns kleinen Züchter sind fortschrittliche Anregungen sehr dienlich und hilfreich. Was mich positiv stimmt ist die Unterstützung, die ich von Weitstreckenzüchtern erfahre.
Sehr erfreulich für mich ist, dass ich gerade von sehr guten Weit­streckenzüchtern mit guten Tauben kostenlos unterstützt worden bin. Die Pflege von Freundschaften zu Züchtern und der Austausch von Tauben und Meinungen sollte unter
Gleich­ge­sinnten erste Priorität haben. Gerade Freundschaften und gegenseitige Hilfe könnten im
Brieftaubensport die nötigen Impulse geben.
Theo Reuther• Zum Grünnen 6 • 59759 Arnsberg
Tel.: 02932-38795

Pudel

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