Die Brieftaube von A-Z

Das Lexikon zum Thema "Brieftaube".
Können Sie durch Fachbegriffe ergänzen.

Augentheorie

in den 20er Jahren von Züchtern, wie z. B. dem Belgier Gigot entwickelte Theorie, die das Auge der Brieftaube in den Mittelpunkt ihrer Qualitätsbeurteilung stellt. Bis heute wird der Augentheorie noch von vielen Züchtern Bedeutung zugemessen. Man versucht dabei, eine Verbindung zwischen dem schönen Auge und dem Wert der Taube herzustellen. Die Struktur und Färbung des Auges soll Aufschluss über den Reise- und Zuchtwert geben. Folgende Merkmale werden dabei als positiv – vor allem für die Zucht – angesehen:

  • der sog. Wertring – dies ist ein schmaler, dunkler Ring, der die Pupille umgibt –, sollte so vollständig wie möglich sein.
  • die Augenfarbe soll möglichst zu dunkleren Farbtönen hin tendieren. Das dunkle, kastanienfarbene Auge wird als Zuchtideal angesehen. Untersuchungen von Friedrich Regenstein haben allerdings ergeben, dass in einem vollendeten Brieftaubenauge der Gelb- und Goldfaktor anzutreffen sein sollte. Gelbe Augen sind in der Regel pigmentreicher als Augen dunkler Farbschattierungen. Bei Stämmen, in denen der Gelbfaktor völlig fehlt, sind Degenerationsgefahren zu befürchten.
  • das Auge soll Pigment- und Blutgefäßreichtum erkennen lassen. Tieren mit farbenprächtigen und voll durchgefärbten Augen werden besondere Vererbungseigenschaften zugemessen.
  • die Pupille soll beweglich sein und auf Lichtveränderungen sofort reagieren. Eine Pupille, die sich sehr stark verkleinern kann, wird besonders gern gesehen.
  • ein weiteres positives Merkmal wird in einem »geschlossenen« Auge gesehen, d. h. ein Auge, das im Kopf liegt und nicht herausragt. Hervorstehende Augen würden das Tier bei Wind und Regen behindern.

Im Gegensatz dazu werden Augen mit blassen und ausgewaschenen Farben, die wenig Pigmente (z. B. Scheckaugen) und Blutgefäße erkennen lassen und keinen → Wertring hatten, als minderwertig – insbesondere für die Zucht – angesehen.

zurück
Pudel